Im Jahr 2016 wurde auf der Bahnstrecke von Gotteszell nach Viechtach der Probebetrieb, zunächst für 2 Jahre, eingerichtet. 2018 wurde der Probebetreib für weitere 3 Jahre verlängert. Mit dem Probebetrieb soll untersucht werden, ob das Fahrgastpotential in der Region ausreicht und ob die übrigen Rahmenbedingen für eine Wiederaufnahme des regulären Personenschienenverkehrs gegeben sind. Als Bedingung für den Regelbetrieb, wird von der Bayerischen Staatsregierung gefordert, dass je Tag 1000 Fahrgäste die Strecke Gotteszell – Viechtach benutzen.

Dieses 1000-Fahrgastkriterium ist der Dreh- und Angelpunkt einer kontrovers geführten Diskussion zwischen Bahnbefürwortern und Bahngegnern. Die Frage, ob die von der Bayerischen Staatsregierung (scheinbar willkürlich) festgelegte, runde Zahl „1000“ als Grundlage für eine Entscheidung von enormer Tragweite genommen werden darf, ist äußerst umstritten.

Die entscheidenden Ergebnisse des Probetriebs sollen Handlungsvorgaben für den Bahnbetrieb, für den ÖPNV insgesamt und für die Politik in Hinblick auf den Regelbetrieb sein.

Weiter ist für eine Bewertung der Zahl „1000“ zu berücksichtigen, dass auf der Strecke jahrelang kein regelmäßiger Zugbetrieb stattgefunden hat und dadurch die Gleisanlagen sowie die Bahnhöfe und andere Bahneinrichtungen verständlicherweise kaum gewartet worden und somit heute in einem teilweise schlechten Zustand sind. Das zeigt sich insbesondere an den zahlreichen Provisorien: Langsamfahrstellen, notdürftige hergerichtete Haltestellen, unzureichende Taktung der Züge etc.. Dies führt zu derzeit noch sehr langen Fahrzeiten (Gotteszell – Viechtach: 43 Minuten für 25 km!), was sich natürlich negativ auf die Akzeptanz der Bahn auswirkt.

Trotz aller Kritik am Zustand der Bahnhöfe, der Bahnübergänge usw. – eines hat der Probebetreib bereits belegt: Die bestehende Bahninfrastruktur ist so gut ausgebaut, dass für einen zukünftigen Regelbetreib keine großen Investitionen mehr nötig sind.

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